Unser Ziel ist es, Raum für Austausch und Verbindung – für ein besseres und friedliches Zusammenleben – entstehen zu lassen und zu füllen. Durch jedes Projekt soll ein neuer Raum geschaffen werden, der diesem Ziel dient.

Für die Zukunft wünschen wir uns einen „eigenen“ realen Raum in München, den wir nach unseren Vorstellungen und Ideen gestalten können. Da unser Ansatz der „Vernetzung“ von verschiedenen Menschen, Ideen, Professionen und Kulturen sehr breit angelegt ist, sind wir langfristig auf der Suche nach Räumlichkeiten, die ein derartiges Vorhaben ermöglichen.

Ideen und Unterstützung dazu sind jederzeit willkommen!

Nähere Informationen zum Grundkonzept unseres Kulturzentrums, das Wissenschaft, Kunst, Religion, Recht, Sprache, Ernährung und „Freizeit“ umfasst, können im Folgenden nachgelesen werden.

 

Grundkonzept des Kulturzentrums

 

Wissenschaft, Kunst, Recht, Religion, Sprache, Ernährung und Freizeitgestaltung sind zentrale Aspekte jeglicher Kulturen, die innerhalb der heutigen Kultur- und Integrationsarbeit insofern eine zentrale Rolle spielen, als sie das Zusammenleben der Menschen maßgeblich beeinflussen. Jokko-Connection e.V. will mit seiner Plattform in all diesen Bereichen tätig werden und damit ein möglichst breites Publikum ansprechen. Kooperationen mit anderen Menschen und Institutionen, die sich in den jeweiligen Bereichen spezialisiert haben, sind dabei unerlässlich. Zu diesem Zweck sollen im Kulturzentrum folgende Räumlichkeiten und Möglichkeiten institutionalisiert werden: Ein Restaurant, ein Club (Party/Konzerte), ein Shop, ein Medienraum (Musik- und Filmprojekte), eine Bibliothek, sowie Seminar- und Veranstaltungsräume für Lesungen, Diskussionen, Filme, Ausstellungen, Sprachkurse und Beratungen.

Neben der Arbeit in Netzwerken ist für uns der multidimensionale Blick auf potentielle kulturelle Dichotomien wie „hier / dort“ oder „wir / die anderen“ von zentraler Bedeutung. Die einseitige Beschäftigung mit der Rolle des Islam in der heutigen Welt beispielsweise erschöpft die eigentliche Problematik nicht. Andere Glaubensvorstellungen sowie Gedanken über die Entwicklungen unseres Glaubens und die Frage nach den Gründen für dessen Verlust an Stellenwert im Alltag müssen dabei stets mitbedacht werden.

 

 ☼ Wissenschaft ☼

☼ Wissenschaft ☼

Forschungen zur Kultur sind seit langem fester Bestandteil der Wissenschaften. Warum sind andere anders als man selbst? Woher kommen diese Andersartigkeiten und wie äußern sie sich in der Interaktion? Besonders die Ethnologie, die Soziologie und die Religionsforschung liefern zahlreiche Antworten und Denkansätze auf diese und zu diesen Fragen. Leider bleiben derlei Ideen jedoch zum größten Teil im Dunstkreis der Universitäten stecken und finden ihren Weg nur selten hinaus in eine Welt, in der sie zu positiven Diskussionen und Erkenntnissen beitragen könnten. Nicht nur im Bereich der Sozialen Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund, auch an den Schulen können Gespräche mit Lehrern, Schülern und Eltern positives bewirken.

Großflächiger Austausch im Rahmen der kulturwissenschaftlichen Disziplinen kann hier insofern nützlich sein, als im Mittelpunkt des Interesses der Soziologie die eigene Gesellschaft steht, während sich die Ethnologie mit der fremden Kultur beschäftigt. Durch den interdisziplinären Austausch können dann die gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag integriert werden.

Raum für Austausch und Verbindung soll das Kulturzentrum durch Vorträge und Diskussionen in den Räumlichkeiten einer Bibliothek leisten.

 

 ☼ Kunst ☼

☼ Kunst ☼

Die bildende Kunst ist in der Kulturarbeit seit jeher einer der am stärksten geförderten und auch beim Publikum beliebtesten Bereiche. Die vermeintliche Exotik fremder künstlerischer Ausdrucksformen – sei es die sog. „primitive“, plastische afrikanische Kunst, orientalischer Tanz oder australische Malerei – stillt dabei das Verlangen nach dem Fremden und wird oft unkritisch konsumiert. Kunst wird hier zum Konsumgut, das die Unterschiede zwischen den Kulturen betont, statt als Mittel der interkulturellen Kommunikation zu dienen.

Anstatt unseren Blick auf traditionelle Kunstformen zu richten, liegt uns viel daran, zeitgenössischer, nicht-europäischer Kunst einen Raum fern von globalen Großausstellungen zu bieten. Dieser Raum soll es ermöglichen Kunst zu zeigen, deren Bedeutung den inneren Lebenswelten der Künstler entspringt und eben nicht vom internationalen Diskurs aufoktroyiert wurde.

Zeitgenössische Kunst, die von den Forderungen des westlichen Kunstmarkts ebenso unabhängig ist wie von der Theorie der Postmoderne als potentiellem Referenzrahmen, kann so zur Grundlage des Verständnisses des Anderen werden und gleichzeitig eine neue kritische Sichtweise auf das Eigene eröffnen.

In vielen Ländern des afrikanischen Kontinentes gibt es heute von den ehemaligen Kolonialmächten unabhängige Kunsthochschulen und Universitäten, die sich auf neue und kritische Weise mit den sozialen Gegebenheiten vor Ort beschäftigen. Derartige Kunstformen, die selbstverständlich niemals frei sein können von kolonialen und internationalen Einflüssen, sich aber ebenso wenig an den Forderungen des globalen Kunstmarkts orientieren, beabsichtigen wir verstärkt in München zu repräsentieren. Ausstellungen, Lesungen, Filmreihen und Workshops mit den Künstlern sollen dabei helfen künstlerische Ausdrucksform sowohl für theoretische Diskurse als auch das alltägliche interkulturelle Zusammenleben fruchtbar zu machen.

 

 ☼ Religion ☼

☼ Religion ☼

Die Frage nach der eigenen Religion – nach Glauben oder Nicht-Glauben – ist ein zentrales Thema der heutigen Zeit. Sie prägt Individuen, Gesellschaften und nimmt so Einfluss auf aktuelle Geschehnisse und unser globales Zusammenleben. Dabei geht es nicht so sehr um den Kampf der monotheistischen Religionen untereinander, sondern vielmehr um die Unterschiede zwischen dem säkularisierten Westen und anderen Regionen der Welt, in denen Religion weiterhin die Grundlage des sozialen, politischen und kulturellen Zusammenlebens bildet. Eine gemeinsame Ebene des Austauschs und den grundlegenden Respekt gegenüber nicht-positivistischen Weltanschauungen erhoffen wir uns durch Seminare, und Vorträge in der Bibliothek wiederzuerlangen.

 

 ☼ Recht ☼

☼ Recht ☼

Migranten – seien es Asylsuchende, Studenten oder Au-Pairs im Austausch, zusammengeführte Familienangehörige aus dem Ausland oder Gastarbeiter – sie alle sind neu und im ersten Moment fremd in einer Stadt wie München. Um am Geschehen der Stadt teilhaben zu können und in Frieden und Würde zu leben, ist es notwendig eine weitere Anlaufstelle zu schaffen, die rechtlich berät und unterstützt. Hierbei wollen wir mit den bereits bestehenden Organisationen, wie beispielsweise dem Münchener Flüchtlingsrat, kooperieren, und von deren Erfahrung profitieren. Gleichzeitig sollen Aufklärungsseminare über das Asyl- und Ausländerrecht stattfinden und ein Beratungsraum geschaffen werden, der Migranten Ansprechpartner bietet, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und der es ermöglicht sich mit weiteren Betroffenen zu vernetzen.

 

☼ Sprache ☼ 

☼ Sprache ☼

Eine gemeinsame Sprache ist die Basis der Kommunikation. Unterhaltung und Austausch ermöglichen das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen und können somit als Chance betrachtet werden Vorurteile abzubauen. Aus diesem Grund soll von Jokko-Connection e.V. ein vielfältiges Angebot an Sprachkursen angeboten werden. Deutsch- und Integrationskurse sind dabei ebenso wichtig wie Kursangebote aus den Herkunftsländern zugezogener Mitbürger (Türkisch, Französisch, Arabisch, Wolof…). Das Lernen einer Fremdsprache bekundet das Interesse an deren kultureller Herkunft und birgt damit das Potenzial Neues zu lernen und damit die Welt aus der Sicht einer neuen Sprache zu verstehen.

 

 ☼ Ernährung ☼

☼ Ernährung  ☼

Für die meisten Familien hat die gemeinsame Mahlzeit noch immer einen hohen Stellenwert. Es wird gemeinsam zu Abend gegessen, gefrühstückt oder das Essen ist Teil ritueller Feste. Die Essgewohnheiten sind dabei unterschiedlich, die Zutaten geschmacklich verschieden. In Kochkursen, die im Restaurant des Kulturzentrums stattfinden sollen, kann man aus den verschiedensten Regionen dieser Erde Speisen und ihre Geschichten kennen lernen, sich inspirieren lassen und beim gemeinsamen Essen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft in Kontakt kommen.

Aber Essen und Ernährung hat noch einen weiteren gesellschaftlichen Aspekt, spiegelt sich in diesen Schlagwörtern doch auch die grundsätzliche Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie der Menschen zueinander wider. Wie können wir uns heute ethisch richtig und nachhaltig gut ernähren? Wie kann ressourcenschonend angebaut werden und wie können die Lebensmittel fair gehandelt werden?

In Vorträgen und Veranstaltungen zum Thema Ernährung können Fragen der Auswirkung der konventionellen Herstellung von Lebensmitteln diskutiert und Informationen über die globale Struktur der Nahrungsmittel -Erzeugung, -Verarbeitung und -Distribution gegeben werden.

Wenn nicht regional, dann fair! So soll im Kulturzentrum ein Restaurant eröffnet werden, dass bewusst auf die Verwendung von fair gehandelten und bio(-dynamisch) produzierten Lebensmittel setzt. Diese werden dann zudem im Shop des Kulturzentrums zum Verkauf angeboten.

 

☼ Open Space – Freizeit ☼

☼ Open Space – Freizeit☼

Einen weiteren wichtigen Raum für Austausch und Verbindung wollen wir unter dem Schlagwort „Open Space“, das für die verschiedenen Aktivitäten des Alltags und der Freizeit steht, schaffen. Durch den Club und das Restaurant sowie durch die Beratungs- und Anlaufstelle soll ein Ort entstehen, an dem Menschen ihre Zeit verbringen können, an dem man sich bei einem Kaffee über die großen und kleinen Herausforderungen des Alltags austauscht, abends zum Tanzen trifft, an dem Ideen entstehen, und wo Verbindungen und Freundschaften geschlossen werden, denn – und das wissen wir alle: Gemeinsam geht es leichter als allein.