Fatym

Fatym

Fatym ist eine der Dakarer Frauen, die sich als Rapperin bezeichnen. Seit 1996 begleitet sie Gruppen wie Jant Bi, Pee Froiss und Index Squat und Solo Künstler wie Maxi Krezy, Dj. Awadi und Daddy Bibson. 2007gründete sie zusammen mit drei anderen jungen Frauen eine Gruppe des „modernen Rapp“ – Farafina Mousso – die für den Aufbau einer „cocience citoyen“ (eines gesellschaftlichen Bewusstseins) kämpft. Ihnen ist es wichtig den Musikern und Künstlern klar zu machen, was für eine zentrale Stellung sie im Meinungsbildungsprozess einer Gesellschaft inne haben. Dafür so Fatym gebührt ihnen großer Respekt. In ihrem Slam La Crie de la Mer (der Schrei des Meeres) wendet sie sich vor allem an die Jugendlichen: Das was sie sich in Europa zu finden erhoffen können sie durch Engagement und harte Arbeit auch im Senegal erreichen und aufbauen. Für diese „illusionären Früchte des Eldorado“ ist es es nicht wert, „sein eigenes Grab zu schaufeln und sein Leben wie das seiner Nächsten zu riskieren und zu entwürdigen.“

 

Baye Star

Der junge Reggae- Artist aus Rufisque brachte seit 2002 zwei Singles auf den senegalesischen Markt und arbeitet in den letzten Jahren an seinem Soloalbum, bei welchem er ganz offensichtlich in die Fußstapfen seines großen Bruders Dread Maxime tritt. In seinem Song Pourqoui? (Warum?) fragt er im Refrain, warum so viele Senegalesen ihr Leben im Meer, der Wüste und an den Grenzen riskieren und gibt in den Strophen verschiedene Gründe dafür an. So zum Beispiel der Familie zu helfen und deren Lebensunterhalt mit zu finanzieren, oder das Leben endlich in die eigene Hand zu nehmen…etwas zu erreichen. Gleichzeitig ruft der Künstler seine Brüder und Schwestern dazu auf, sich endlich frei zu machen von der seit langem gedachten und praktizierten Abhängigkeit der Afrikaner vom europäischen Kontinent: „Levez-vous! Nos esprits sont gouverne!“

 

Sun Sooley

sun sooleySun Sooley ist Rasta und Reggae Künstler aus ganzem Herzen. Die Philosophie des Panafrikanismus und des „One world one destiny“ sind seinem Leben wie seinen Liedern stark anzumerken. Anfang der 1990er Jahre spielte der Musiker mit der Gruppe Pee Froiss und später mit Jant Bi in Dakar. 2002 gründete er dort mit Abdourahmane Wone die Gruppe Akiboulane und brachte 2003 sein Soloalbum Siratikal Moustaquim herraus. 2005 zog Sooley nach Frankreich und zwei Jahre später nach Italien wo er bis heute lebt und mit den Catinella´s Brothers arbeitet und musiziert. Aus dieser Verbindung entstand die Platte One Day Inna Babylon, welches Anfang 2010 erschien. In Sen System prangert Sooley die Schwierigkeiten in Senegal/ Afrika an, die seiner Meinung nach zum Großteil von den führenden Politikern verursacht sind und die dazu führen, dass viele das Land/ den Kontinent verlassen. Aber die Situation ist nicht hoffnungslos: „Wir müssen aufstehen und dagegen kämpfen“ so der Künstler.

 

Moussa Deyman

MusaSänger, Musiker und Produzent Moussa Deyman Dieng verdankt seinen Erfolg im Senegal besonders der Gruppe Jant – Bi die Ende der 1990er Jahre ihre Hochphase erlebte. Moussa bewegt sich zwischen Akustik, Mbalaxx und Rap und arbeitet heute nach einigen selbst produzierten CDs an seinem Soloalbum, welches es sich zum Ziel macht diese Stiele miteinander zu verbinden.

Den Song Ged Gi Waurul (Das Meer ist nicht sicher) schrieb der Künstler für den Sampler. Er thematisiert hier zum einen die Gefahren der illegalen Migration und deren Folgen für die Zurückgebliebenen: Wie viele Familien und Freunde verbleiben oft jahrelang ohne Nachricht über das Schicksal der Migranten. Zum Anderen ruft er die Afrikaner/ Senegalesen in seinem Lied dazu auf, in ihre Heimat zurückzukehren um dort zu investieren. „Ta patrie a besoin de toi!“ (Deine Nation braucht dich). Nach Moussa ist Migration jedoch nicht grundsätzlich schlecht. Dies macht er an einem bekannten Wolof- Sprichwort deutlich: Jomay tukki waye foulay dellussil deutlich. „Um zu gehen braucht man Mut, um zurückzukehren aber Moral und eine starke Persönlichkeit.“

 

Maxi Krezy

MaxiKrezy_6539Maxi Krezy gilt als einer der besten Freestyle MCs des Senegal. Er ist seit über 15 Jahren in der Rapszene aktiv und gehört damit zur ersten Generation des Senerap. Rap ist sein Job, sein Hobby und seine Leidenschaft. Sein Rap ist sehr engagiert und überzeugt durch seine positive Einstellung, dass man die Dinge verändern kann. Sein Song Galsen behandelt die Nostalgie vieler Menschen in der Diaspora: Während seines Aufenthaltes in Schweden vermisste er viele kleine Details seines alltäglichen Lebens in der Heimat, die aus der Ferne betrachtet einen ganz anderen Wert im Herzen erhalten: Die völlig maroden CarRapid, die selten einem standardisierten Fahrplan einhalten, die vielen Schafe, Hammel und Esel, sowie das senegalesische Nationalgericht ceebu cën. Die ironischen Züge, die dieser Nostalgie jedoch anhaften werden deutlich, wenn Maxi Krezy von seiner Sehnsucht nach inhaltslosen Mbalax-Songs singt oder sich im Exil über das politische System im Senegal beschwert, anstatt Vorort an seiner Veränderung mitzuwirken.

 

Stelbee

stellBeeDie junge Reggae-Dancehall-Queen Stelbee kommt aus Burkina Faso und lebt seit einigen Jahren in Dakar. Seit 2008 tritt sie mit ihrer Gruppe Stelbee and the Rugless auf und arbeitet mit einer Plattenfirma in Frankreich zusammen. In ihrem Song Babylon System wird ihre eigene Haltung zu Europa deutlich: Es ist gut dorthin zu gehen, um gewisse Dinge zu lernen und Ziele zu erreichen die man in Afrika nur bedingt verwirklichen kann. Aber über alldem sollte man nicht vergessen zurückzukehren: „Denn es gibt viel zu tun“! Auch kritisiert Stelbee den offensichtlich unbegründeten Komplex vieler Afrikaner gegenüber Europa. In seinem Refrain kontrastiert der Song die beiden Kontinente mit den Worten: „Metro – Boulot – Dodot“ (Europa) und „Challeur – valeur – saveur“ (Afrika).

 

Kenzy

kenzyDer junge Mbalaxx- Künstler Kenzy erzählt in seinem Song Gualgua Ngui Rebbi von der Rückkehr der Afrikaner auf ihren Kontinent. Im Refrain „Während die Boote ins Meer stechen, kehren die Menschen zurück nach Hause“ bedient Kenzy sich eines recht ungewöhnlichen Bildes: Die Tatsache, dass viele Menschen in Pirogen das Land verlassen, bewegt immer mehr Senegalesen dazu in die Heimat zurückzukehren. Der Künstler ist außerdem der Meinung, die Kontinente Europa, Asien und Amerika seien heute ausreichend entwickelt und die Zeit gekommen, die Ressourcen Afrikas endlich für den eigenen Vorteil zu nutzen.

 

 

 

 

Wiko

SAMSUNG DIGITAL CAMERAWiko ist eine junge Solokünstlerin, die sich zwischen RnB und Akustik bewegt. In ihrem Song Dellussil (Kehr nachhause zurück) nimmt sie die Position einer jungen Senegalesin ein, deren Man kurz nach der Heirat in Europa verschwant. „Du bist vor sieben Jahren aufgebrochen und seit dem bin ich oft krank; Ich habe die verschiedensten Ärzte aufgesucht, aber keiner kann mir helfen; Meine Eltern und Freunde: Alle waten; Du hast mich geheiratet, aber ich bin allein! Ich habe dich sogar betrogen und ich weiß nicht, was ich dir sagen soll; Das Geld das du mir schickst ist gut, aber nur deine Gegenwart macht mich glücklich!“

 

 

 

Simon

SimonSimon kehrte nach 5 Jahren in Frankreich in seine Heimatstadt Dakar zurück und ist seither mit seiner Gruppe Simon Bisbi Clan und ihrem amerikanisch geprägten Hiphop von kaum einer Veranstaltung wegzudenken. Daneben widmet er sich der Promotion urbaner senegalesischer Musik. Er trägt viel dazu bei den jungen Rappern mit seinem Studio 99 Records eine Plattform zu bieten, um auf hohem Niveau ihre Texte aufzunehmen und diese auf seinem Label Jolof-4-Life Entertainment zu veröffentlichen. Nach vielen Kollaborationen mit anderen Rap-Gruppen Senegals (Wa Keur gui; Sen Kumpë; 5Kiem Underground; ResKP) veröffentlichte Simon 2009 sein Mixtape Maxama Mer auf dem auch der Song Madre –veröffentlicht ist. Dieser sehr bewegende Rap ist ein Brief, den der Künstler, als einer der vielen Senegalesen in der französischen Diaspora, an seine Mutter daheim im Senegal schreibt.

 

Elaj

DSC_1120Der junge Solokünstler Elaj aus Dakar bezeichnet seinen Stiel als „reg n b c“, eine Fusion aus Reggae und RnB, die er auf Englisch und Wolof gestaltet und die seinen Liedern eine für den Senegal einzigartige Färbung verleiht.

In seinem Song Open up the Borders kritisiert Elaj die durch Visaregelungen geschaffene ungerechte globale Situation. Aber „this is not a blame or a curse, but a message from the heart.“ In der Welt frei zu reisen, so der Künstler diene den Menschen über sich und andere zu lernen. Dies sollte aber kein Privileg für Europäer sein: „What about the human rights that you promate from side to side? “ Der Refrain dieses sehr kritischen Liedes ist positiv gehalten. Die Möglichkeit diese Situation zu ändern schwingt mit und lässt Hoffnung entstehen: „Now it is hightime they find a way to make it happen; open up your minds aswell as you open up your borders! So we can meet up my friend!“

 

Docta

d o c t a  david palacinDocta trägt immer seinen Turban in rot, gelb oder schwarz – passend zur Hose, hat eine Spraydose, ein Mikro oder ein Maßband in der Hand und ist ständig unterwegs, denn er hat viel zu tun: Er ist Rapper, Sprayer und mit seinem „Doctawear“ in der Dakarer Modeszene ganz vorne dabei. Als MC rechnet man ihn zur Oldschool des Dakarer Rap, dem Docta heute durch den Slam eine neue Färbung verleiht. Mit seiner Maxi System Bang Niou Dethie Hom (le system nous blaque au bled) erreichte er schon Ende der 1990er in der ganzen Szene großes Aufsehen, in dem er die politische Situation des Senegal dahingehend kritisierte, dass sie viele Menschen dazu veranlasse das Land zu verlassen. Sein Lied ist eine Message an Jugendliche wie Politiker: Statt nach Europa zu gehen und dort nach vermeintlichem Erfolg zu suchen plädiert Docta für eine von Senegal ausgehende Entwicklung zu arbeiten.

 

 

Metzo Diatta

Metzo DiattaMetzo Diatta ist Teil einer neuen afrikanischen Musikszene, die als Urban Afro-Folk bekannt wurde und ihre Inspiration aus den verschiedensten Teilen der Welt zieht und damit Kosmopolität ausstrahlt. Diattas Folk baut eine Brücke zwischen der städtischen Kultur und ihren traditionellen Wurzeln. Es ist eine Mischung aus Kora und afrikanischem RnB, akustischer Gitarre und Mbalaxklängen, von guineischen Balafon Rhythmen, Djembe und jamaikanischen Einflüssen. Diatta beschäftigt sich seit langem mit dem Einfluss Europas auf das Leben im Senegal. Besonders hinsichtlich des sozialen Miteinanders und der Moral scheint Europa zunehmend die Maßstäbe zu setzen. In seinem Song Maliko fordert er die Senegalesen auf diese Vorbilder nicht blind nachzuahmen und sich auf die eigenen „Wurzeln“- sozialen Normen zu besinnen. „Def lo xam, wax lo xam! – Handle mit Bedacht und sage nur, was du sicher weißt. Wenn du das im Leben respektierst, dann wirst du nachts gut schlafen können.“

 

 

Corinna feat. Baryo

CorinnaDie italienische Reggaesängerin Corinna Fiora (Princess Nevertal) spielte mit verschiedenen Reggaegruppen in Mauritanien, Senegal, Belgien und Italien wo sie mit der sardinischen Band Scekina 2005 ein Album auf den Markt brachte. Seit Ende 2005 verbringt sie die meiste Zeit mit ihrer Band I Sience in Dakar. Baryo gehört der seit 2000 im Senegal populären

hip-hop Gruppe Alien Zik an. In ihrem gemeinsamen Song Ay Eldorado geht es um eine Person die ihr Land verlässt, um anderswo ein bessere Leben zu finden. „Während meiner Reise habe ich viele Menschen gesehen: Einige in Booten, andere schwimmend und wieder andere zu Fuß; Manche waren verärgert und andere eingesperrt; Manche hatten 20 kg dabei und andere kein Gepäck; und sie alle wollten ein idealisiertes Europa erkunden. Ob dieses Europa Traum oder Realität ist das wirst erst wissen wenn du es siehst; Ob es weh oder gut tut wird du erst wissen, wenn du dort bist; Alles was wir wissen ist dass die BaryoGrenzen erfunden sind!“

 

 

 

 

 

Seydimandoza

SeydimandozaSeydimandoza kommt aus der Reggae-Dancehall Richtung und war bis 2003 Mitglied der Gruppe Ska Blue, zu der auch Ass Malick und Carlou D gehörten. Seither widmet er sich seiner Solokarriere, die ihn nach Schweden führte, wo er seit 2009 lebt. Als Seydimandoza and the Solid Foundation wird er dort demnächst mit seiner Band ein neues Album veröffentlichen. m Song Clandestino singt er von denjenigen, die ihr Leben riskieren, um Europa zu erreichen. Diese Tatsache ist für Seydimandoza schockierend und er appeliert an die Senegalesen, sich nicht für ein Leben als Illegale zu opfern.

 

 

 

 

Dread Maxime Amar

Revelation (2000) und Jah Fire (2003) sind die legendären Alben von Dread Maxime Amar, dem König des Reggae im Senegal. Là-bas à Babylon erschien im Jahr 2010 auf seinem dritten Album Musical Life und ist eine Hommage an all diejenigen, die ihr Leben auf dem Weg zu „neuen Horizonten“ und damit dem Eldorado verloren haben. «Ils sont partis! Partis dans le neant! Ils sont partis ! Là-bas ou il n`y pas de temps ! Là bas, la bas à Babylone, là bas ! Ou il n’y a de tartes que pour les hommes en cravates. » Das Lied macht deutlich, warum so viele aufbrechen und was sie sich dort zu finden erhoffen. Dread zeigt aber auch auf, wie und wodurch diese Hoffungen enttäuscht werden. Bezüglich all der Schwierigkeiten im Lande und auf dem gesamten Kontinent sollte man sich, so der Künstler nichts vormachen, aber diejenigen Jugendlichen ermutigen, die sich dafür entscheiden zu bleiben und die es sich zum Ziel machen, in ihrem Land etwas aufzubauen. Afrika, so Dread Maxime, bedarf es vor allem dem Glauben an sich selbst um sich, im globalen Mächtespiel mit Europa behaupten zu können!

 

Pape Gassama

Pape GamassaSänger und Gitarrist Pape Gassama ist Mitglied der Gruppe Frères Gassama sowie Solokünstler. Sein Lied La ou je vis (Da wo ich lebe) ist ein Appell gegen die illegale Migration. Er ruft die Afrikaner/ Senegalesen dazu auf ihr Dorf, ihr Land sowie ihren Kontinent als den „ihren“ zu verstehen und zu akzeptieren. Denn „da wo ich lebe bin ich aufgewachsen und geboren… das ist mein Land.“ Der Künstler fragt, warum man den Wunsch haben sollte anderswo zu leben „wo man schlecht behandelt und sogar verfolgt wird“. Gleichzeitig kritisiert er jedoch auch die schwierige politische Lage im Senegal, in der es Vetternwirtschaft und leere Versprechungen den jungen Menschen nicht leicht machen im eigenen Land hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

 

 

 

Bilal

Bilal ist Rapper und das seit gut 20 Jahren. Er kommt aus den Parcelles Aissinies, ist „underground“ und „hardcore“ und ein gutes Beispiel für so viele andere, für die Musik eine Berufung ist, und die versuchen, trotz all der Hindernisse und Schwierigkeiten im Land, durch sie ihr Leben zu finanzieren. Hindernisse und Schwierigkeiten des senegalesischen Alltags sind Thema seines Songs Beuti / Frontières (Grenzen). Bilal wendet sich hier an den Präsidenten und versucht ihm zu erklären, warum er unter den herrschenden Umständen nicht länger bleiben kann und will. „Ich kann hier nicht bleiben! Ich weigere mich, mich blockieren zu lassen! Das Leben hier ist stressig und nichts geht voran. Ich stehe früh auf um irgendwie Geld zu verdienen. Ich mache es wie die Händler… wie die Handwerker…Pass nur auf du wirst einen Fehler begehen, weil dein Freund dich hintergangen hat und du wirst deine Frau verlieren, weil das Leben so hart ist. Ja so ist es im Senegal. Man könnte weinen.“ Am Ende seines Rap stellt Bilal die Frage, ob es für den Senegal nicht möglich sei, sich stärker an Europa zu orientieren um so eine bessere soziale und politische Organisation und damit Zukunft des Landes möglich zu machen.

 

Cheikh Gaye

CHeikh GayCheikh Gaye spielt mit seiner Gruppe ARO seit gut 15 Jahren Akustik, Afro und Mbalaxx. In seinem Song Gaday spricht der Künstler von der im Senegal herrschenden Hoffnungslosigkeit. Die Menschen, so der Sänger und Gitarrist, sind von der Politik enttäuscht. „Junge und alte vertrauen sich den politischen Führern an, aber diese vergessen vor lauter Macht, was die Bevölkerung von ihnen erwartet. Wir bekommen keinen Beweis für unsere Treue. Menschen brauchen gute Nahrung und medizinische Versorgung. Wenn sie diese im eigenen Land nicht ausreichend finden, werden sie sie anderswo suchen…“

Es liegt an den Politikern, so der Künstler besonders den Jugendlichen Möglichkeiten zu bieten ihr Leben im Heimatland befriedigend gestallten zu können.

 

Kool Koc6

Kool Koc6Kool Koc6 ist weit über den Senegal hinaus bekannt. Mit seiner Gruppe Pee Froiss veröffentlichte er seit 1992 fünf Alben und tourte durch die ganze Welt. Er gehört der Generation von Hiphop Artists an, die mit engagiertem politischem Rap etwas bewegen wollen. Rückblickend stellt Koc6 über das senegalesische Hiphop-Movement dieser Zeit fest: “Wir haben gesellschaftlich und politisch viel erreicht im Senegal. Wir brachen nicht nur alte, festgefahrene Strukturen mit Hiphop auf und veränderten die Mode der jungen Leute, sondern wir sprachen diese auch direkt an: geht wählen!“ Als Sänger ist Koc6 auch als Solokünstler aktiv, der sich zwischen Akustik, Soul, Pop, Reggae und Rap bewegt. Sein Song Xalat yi (die Vorstellungen / Bilder sind verschieden) entstand als Filmmusik für Joxma Sa Mind und fast die Kernaussage des Films am Ende treffend zusammen: „Jeder hat sein Bild von Europa und sie sind verschieden wie die Menschen und ähnlich wie die Steine eines Mosaiks… Grün, rot, gelb, blau… versuch dich und dein Bild als Teil dieses Ganzen zu sehen, dann ist das alles kein Chaos, sondern macht Sinn. Ob du gehst oder bleibst ist nicht mehr wichtig! Wichtig ist, dass du weißt, warum du es tust. Grün, rot, gelb, blau…“

 

Diofel

diofelDiofel kommt aus Kongo-Brazzaville und ist „Slameur“. Die Einflüsse seines Slam sind bei Autoren und Interpreten wie Souleyman Diamanka, Abd el Malik oder Saul Williams, aber auch bei Rappern wie Didier Awadi und Kerry James zu finden. Diofel lebt seit vielen Jahren in Dakar, wo er in der entstehenden Slamszene sehr aktiv ist und von vielen sogar als deren Mittelpunkt bezeichnet wird. Er ist Initiator des Vendredi-Slam und Mitgestalter einer Fernsehsendung über die Poesie Nomad. In seinem Text Faites Place a l´aventure zeichnet Diofel in farbenfrohen und poetischen Worten die Vision der Hoffnung, die Europa im Senegal verbreitet nach. « …mais l´espoir et la lutte aiment la ou le cran ne craint même plus; les crinières que le sort tient; on a tous besoin d´un avenir; de ceux qui se tatouent le bonheur sur le peau; loin de ceux qui se plaisent a nous entendre évoquer nos maux; quitte a embrasser le diable au milieu du désert… »Seine ruhige, ausdruckstarke Stimme, sowie die von ihm gezeichneten Bilder stimmen nachdenklich und machen deutlich, warum sich so viele ins „große Abenteuer“ stürzen.